Lauf-Malheur

Freitag, März 07, 2014

Kennt ihr das? Voller Motivation schnürt ihr die Laufschuhe und tretet hinaus ins Freie. In einem langsamen Trott lauft ihr euch ein. Freut euch über dieses Gefühl. Und nach dem/n ersten Kilometer/n merkt ihr, dass grad gar nichts läuft.
Sicher kennt ihr das. Wir alle haben diese Up and Downs, unsere guten und schlechten Tage.

Gestern jedoch war es nicht nur ein „Down“ für mich sondern ein Technikmassaker. Nach dem ersten Lauf dieser Saison mit einer lieben Freundin, hatte ich für mich beschlossen, wieder einmaleinen Zombie-Run zu absolvieren. Smartphone dabei, Kopfhörer eingestöpselt, Runtastic aktiviert – es kann losgehen.
Da kam mir die Idee, wieso nicht einmal einen Story Run von Runtastic testen. Es müssen ja nicht immer Zombies sein.

Story Running von Runtastic ist ein relativ neues Angebot, das mit der Runtastic App verknüpft ist. Runtastic wirbt mit Sätzen wie „eine neue Art des Laufens“, „einzigartige Lauferlebnisse“, „erlebe die Zukunft des Laufens“.


Im ersten Moment würd ich sagen, nicht viel anders als Zombies, run! (hier geht's zur offiziellen Website und meinem Bericht dazu) – nur dass Zombies, run! noch mehr wie ein Spiel aufgebaut ist. Aber ich mag Hörbücher, ich mag Zombies, run! und so müsste ich doch auch Storyrun mögen. Dem Titel dieses Posts nach solltet ihr schon wissen worauf es hinausläuft.

Also habe ich den Titel „Die Reise der Iomulath“ im Play Store erstanden (€ 0,99) und mich auf eine spannende Reise gefasst gemacht.  Schließlich hieß es:
„Die Hoffnungen der Iomluath wiegen schwer auf ihren Schultern. Sie muss weiterlaufen, muss das Heilmittel einfach finden, um ihr Volk zu retten. Immer wieder zersplittern Äste unter ihren Tritten, Angst liegt in der Luft. Ist es vielleicht schon zu spät?“

Auf den ersten Metern begann ein mir bekanntes Problem. Die Lautstärketaste an meinem Handy ist kaputt. Bei kleinen Berührungen schon erhöht sich die Lautstärke auf ein Maximum. Bisher musste ich das Handy nur sorgsam in einer Seitentasche verstauen und hin und wieder die Lautstärke nachregeln oder eben das Handy in der Hand halten. Diesmal jedoch wollte die Taste sich durchsetzen und verharrte auf Maximaler Lautstärke.

Mit nur einem Kopfhörer im Ohr setzte ich die Reise fort. Ein wenig getrübt, wenn dies auch auf die Kappe der Hardware und nicht der Software geht.

Ich lauschte den Worten der Läuferin – ich, wie ich einen Monolog führe? Eine Krankheit, die Suche nach dem Heilmittel, ein Lauf durch den Wald, das Gefühl nicht allein zu sein. Ganz okay, die große Spannung ließ auf sich warten. Piep machte es, ich hatte eine E-Mail erhalten. Das Hörspiel ging weiter. Nur hatte ich das Gefühl, die Sprecherin wiederholt sich. Tatsächlich. Der Text hatte von vorne begonnen. Mühsam scrollte ich vorwärts.

Es gibt keine Kapitel, nur zwei Tasten, die einen in kurzen Abständen vorwärts bzw. rückwärts springen lassen.

Ich schaltete das Handy auf lautlos, in der Hoffnung, dass keine weitere E-Mail den Lauf stören konnte. 500 Meter später gab es einen kleinen Ruckler im Storyrun und gleich darauf begann die Geschichte wieder von vorne. Ein Problem meines Smartphones oder ein Problem der App?

Völlig genervt wechselte ich in die geliebte Zombies, Run! App und setzte meinen Lauf fort. Hier gab es zwar keine weiteren Ruckler, kein Zurückspringen der Story auf den Anfang, aber der Laufspaß blieb getrübt. Das Problem mit der Lautstärke, das immer mühsamere Agieren auf dem Touchscreen. Und ich ganz aus dem Tritt.

Entnervt machte ich mich wieder auf den Rückweg, laufend und gehend im Wechsel. Laufziel nicht erreicht. Immerhin gab es am Schluss Punkte, um meine Basis im Zombiegame weiterauszubauen.

Fazit1:
Mein erster Test des Story Running von Runtastic war ernüchternd. Da jedoch mein Smartphone den gesamten Lauf über alles andere als smart sein wollte, ist mein erster Eindruck davon wohl so negativ gefärbt, dass ich der Story noch eine zweite Chance geben sollte. Dann aber mit einem neuen Handy, für das es wohl höchste Zeit wird.

Fazit2:
Es ist erschreckend wie technikabhängig ich geworden bin. Kann ich nicht einfach laufen, ohne dass eine App meine Kilometer und meine Geschwindigkeit zählt, ohne dass eine imaginäre Zombieverfolgung mich zum Laufen animiert oder Musik mich soweit ablenkt, dass die Kilometer kürzer und erträglicher werden? Neuer Vorsatz: Einen Lauf nur mit mir absolvieren. Es gibt doch so vieles, dass man sehen, erleben, riechen und finden kann – ohne Technik.

Wie steht ihr zu Laufapps? Hört ihr Musik? Seit ihr selbst Zombies, Run! verfallen? Habt ihr vielleicht auch schon Story Run von Runtastic getestet?

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16 Gedanken zu diesem Thema

  1. Oh Gott wie ätzend! Über so was rege ich mich auch immer total auf! Das vermiest den ganzen Spaß am Laufen :(
    Komischerweise brauche ich es auch echt, dass mir eine App sagt, wie viel und weit ich gelaufen bin. Wenn das spinnt, kann ich mich über meinen Lauf irgendwie auch nicht freuen :D Eigentlich ganz schön bescheuert :D
    Ich höre aber nur Musik beim Laufen. Ich habe diese Stories noch nicht ausprobiert, aber bei Musik kann man so schön im Takt laufen.. Das stelle ich mir komisch vor, wenn da jemand redet :D

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    1. Bei mir ist es wohl die Ablenkung ; ) Musik lässt im Takt laufen, bei einem Hörbuch bin ich zb mit den Gedanken oft ganz woanders und denke nicht darüber nach, wie lange der Kilometer sich jetzt noch ziehen wird... Aber das ist auch Tagesabhängig ;)

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  2. Ich hasse es wenn ich danach keine Zahlen betrachten kann. Währenddessen brauch ichs zusätzlich noch zur Motivation. Ohne runtastic und ran, zombies hab ich gar keine Lust auf laufen ;)
    Story run klang intressant, aber ich wollte dafür nich noch zusätzlich Geld ausgeben.

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    1. Ich brauch es 'leider' auch ;) Gibt ein gutes Gefühl, wenn man weiß, was man geschafft hat. Mal sehen ob ich Story running noch eine Chance gebe - mein neues Handy wär jetzt da, yay ^^

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  3. Das Laufen ganz ohen Technik ist wahrlich ein Genuß. Zwar kommt es bei mir in der Zwischenzeit auch sehr selten vor da ich zumindest meine GPS-Uhr immer dabei habe, aber da muss man ja auch nicht immer drauf schauen unterwegs.
    Musik beim Laufen verwende ich eigentlich nur bei wirklich langen Läufen gegen Ende oder wenn es garnicht laufen will und ich in einem tiefen Motivationsloch feststecke. Dann hilft mir das.
    Es ist wohl auch so, dass sich die Wirkung von Musik beim Laufen realtiv schnell abnutz wenn man es zu häufig verwendet. Und nichts anderes wie Musik sind deine Hörspiele ja auch. Auch wenn sie dieses mal nicht so gut funktioniert haben wie gewünscht / erhofft.

    Ich kann dir nur empfehlen öfters ohne Technik zu laufen. Gerade als Anfänger. So lernst du deinen Körper noch besser kennen. Und wenn dich das laute Schnaufen beim Laufen stört dann liegt das nicht daran das du zu laut schnaufst sondern zu schnell bist ;)

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    1. Ich werde deinen Rat auf jeden Fall beherzigen und öfter ohne Kopfhörer und Ablenkung laufen. Momentan ist es wohl auch wirklich die Ablenkung, die ich brauche. Nicht nachzudenken, wie weit es noch ist, sondern einfach laufen. Toll ist es dann, wenn man ohne die Ablenkung in einen Flow kommt. Doch jetzt zu Beginn meines Neuanfangs brauch ich noch die Überwindung. Das Schnaufen stört mich eigentlich weniger ^^

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  4. Ich versteh total dass dich das alles aus dem Tritt gebracht hat! Ich lass mir richtig schnell die Laune verderben wenn ich das Gefühl habe dass nichts richtig laufen will, ich wär an deiner Stelle wahrscheinlich schon weinend nach Hause gegangen :D Ich benutze runtastic um meine Fortschritte aufzuzeichnen und höre Musik weil ich das Gefühl habe dass es mir hilft dran zu bleiben. Von Zombies, run! habe ich schon viel gehört, es aber noch nicht ausprobiert... (:

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    1. Genau das war es wohl: es hat mir die Laune verdorben... ; )

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  5. Das ist mir letztens auch aufgefallen. Ich bin total abhängig von der Technik geworden. Letztens hab ich meinen mp3-PLayer gesucht (ich hab meine Musik lieber extra, weil ich es hasse, wenn meine App die Songs und damit den Flow unterbricht)...und wehe, wenn die App hinterher nicht die gewünschten Zahlen zeigt, das kann mir doch tatsächlich die Laune verderben.
    Man sollte eine Challenge ins Leben rufen "Zwei Wochen ohne Handy laufen" (keine zwei Tage würde ich ohne überleben!)

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    1. haha, das wäre auch gut : )
      eine Fasten-Challenge so zu sagen.
      Vielleicht probier ich das zwei Wochen vor Ostern mal aus - so im Endspurt der Fastenzeit ; )
      Daten - zumindest Kilometer und Zeit - kann man ja auch online nachtragen ;)

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  6. Ich muss zugeben, dass ich keine einzige Laufapp habe, deswegen kann ich zu Runtastic auch nichts sagen. Musik höre ich auch nicht. Als ich angefangen habe zu laufen hab ich es ein paar mal probiert, aber das hat mich mehr gestört als dass es geholfen/motiviert hat. Das muss aber jeder für sich selber herausfinden!

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    1. Da hast du recht - wir sind wohl alle sehr verschieden und während die einen es brauchen, können andere gar nichts mit Musik oder anderen Dingen anfangen. Hauptsache man findet für sich selbst heraus, was einen motiviert und hilft

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  7. Also ich finde den storyrun von runtastic ganz gut. Laufe damit auch immer öfter. Aber die Geschichte "die Reise der Iomulath" finde ich nicht so schön aber die anderen gefallen mir echt gut.

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    1. Dann hab ich wohl genau das Falsche gewählt? ^^

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  8. Ich find dieses storyrun leider vieeeeeel zu teuer. Ich verweigere das komplett :D
    Was ich ab und an ganz gerne mag, ist Radio hören, da hat man auch immer Abwechselung bei und nicht immer die gleichen Lieder.

    Mal so ganz ohne Technik zu laufen ist super. Man ist nur mit sich alleine in der Natur. Hört jetzten Schritt und jeden Atemzug, dass ist so ganz anders als sonst.
    Auch wenn ich mich dazu mal entschließe ohne Musik und ähnliches zu Laufen, habe ich doch immer ein Handy dabei um die Strecke aufzuzeichnen und erreichbar zu sein. So ganz ohne mitten im Wald, ist dann doch ein komisches Gefühl :/

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    1. Das kann ich mir vorstellen, dass da ein mulmiges Gefühl aufkommt, allein im Wald ohne die Möglichkeit schnell Kontakt mit der Zivilisation aufzunehmen... So abgelegen sind meine regulären Laufstrecken immerhin nicht ; )
      Teuer ist es schon... 0,99 für eine Story. Ein Versuch war's wert ; )

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Danke für deine Worte : )
Ein nettes Wort, ein lieber Gruß, positive wie negative (konstruktive) Kritik - ich freu mich!

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