Ich und mein Kleiderschrank

Dienstag, November 12, 2013

Drei nahezu identische Hosen hängen in der Umkleidekabine und ich stehe daneben und verstehe die Welt nicht mehr.
Meine liebste Hose ist einem gemeinen Nagel zum Opfer gefallen – immerhin war’s nur die Hose und nicht der Oberschenkel – und Ersatz muss her. Welch ein Glück, dass es das Modell noch gibt. Zwar nicht in derselben Farbe, aber ich bin ja flexibel.
Doch in der Kabine der erste Schock: zwei der Hosen gehen bis knapp übers Knie, eine sitzt immerhin so gut wie die zu Ersetzende. Nach eingehender Inspektion stellt sich heraus, dass zwar alle die gleiche Größe auf dem Etikett tragen, aber sich in Kleinigkeiten unterscheiden. Wie etwa, ob sie mir über den Po passen oder nicht. Kleinigkeiten eben.
Hose 1 passt dann zwei Größen später doch noch. Kaufen will ich sie nicht mehr und verlasse leicht gefrustet das Geschäft.

Moral von der Geschicht‘:
die Kleidergröße verrät deine Figur nun wirklich nicht!



Meine Schwester arbeitet seit jüngster Zeit in ihrem Traumberuf in der Modebranche und weist immer wieder darauf hin, dass es nichts bringt, wie verbissen einer Größe nachzujagen. Sie selbst schneidet die Etiketten nach dem Kauf sofort heraus. Sie stören sie nur und sagen eigentlich nichts aus.

So entspannt sie mit dieser Größenfrage umgeht, möchte ich das auch einmal können. Klar, man könnte jetzt sagen, bei einer Durchschnittsgröße von 36 könnte jeder entspannt sein. Aber ich habe auch eine Freundin, die sich mit ihrer Topfigur noch in die kleinere Größe zwängt, nur weil sie eben kann und es geht ja schließlich ums Prinzip. Muss auch nicht immer schön sein.

Ich selbst trage momentan Hosen in Größe 38 bis 42, von Small bis Large und Jeansgröße 30 bis 32. Alle passen super. Oben herum variiert es ebenso von S zu L.
Ich habe mir abgewöhnt zu verzweifeln, wenn es doch die größere Größe ist, die ich brauche. Und bis auf das kleine Intermezzo im Sommer mit der Hose, klappt das auch ganz gut. Ich freue mich zwar immer noch, wenn mir eine kleinere Größe passt, weiß aber auch, dass das am Schnitt und auch zum Teil am Geschäft selbst liegt, und nicht an einer über Nacht geschrumpften Taille und einem flacheren Bauch.

Größen sind relativ. Sie wandeln sich, sie variieren von Marke zu Marke, Stoff und Schnitt beeinflussen sie ebenso.
Wir sehen Frauen, die eine Größe zu groß tragen, weil sei in den meisten Fällen diese Größe brauchen und sie dann aus Prinzip immer kaufen. Gerade mollige Frauen setzen gerne auf locker sitzende Kleidung, obwohl der ein oder andere schmalere Schnitt Vorzüge hilfreich hervorheben könnte.
Und wir sehen Frauen, die ihre schmalen Hüften und kleinen Hintern in winzige Hüfthosen zwängen, die zwar sitzen wie eine zweite Haut, den Bauch und die sogenannten „Love Handles“ kaum in den Griff bekommen.

Was ich damit sagen möchte, ist eigentlich ganz einfach: Kleidergrößen bieten nur Orientierung, sie sollten jedoch nicht definieren, wie wir zu unserem Körper stehen. Genauso wenig wie eine Zahl auf der Waage unser Wohlbefinden beeinflussen muss, sollte es die kleine Nummer auf dem Etikett irgendeines Kleidungsstücks.

Quelle: chibird.com/



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25 Gedanken zu diesem Thema

  1. Ein wirklich genialer Artikel - ich trage ebenfalls Hosen zwischen 36 und 40 und ärgere mich beim Anprobieren immer wieder, dass ich nicht auf die Grössen gehen kann... Spannend finde ich, dass man immer wieder sehr schlanke Frauen mit LoveHandles sieht - obwohl das wirklich nicht notwendig wäre...
    Und die Pingus sind einfach unglaublich süüüüüüüüüss!
    Liebe Grüsse
    Ariana

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    1. Was findest du denn spannend daran?

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    2. Naja - es scheint irgendwie wichtiger zu sein, welche Grösse auf dem Etikett steht (das doch niemand sieht), als die Optik. Und das obwohl man doch merkt, dass in jedem Laden und bei jeder Marke die Kleider ein wenig anders geschaffen sind. Es ist doch interessant, dass so viel Wert auf eine Grösse gelegt wird...

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    3. Ich find die Pingus auch unheimlich süß ^^
      Ja, es scheint leider, dass es über alle Figuren hinweg gilt, dass die Kleidergröße viel zu sehr über das Wohlbefinden im eigenen Körper bestimmt.

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  2. Ich finds auch immer sauärgerlich - welche Größe brauch ich denn nun? Im schlimmsten Fall rennt man im Laden fünfmal hin und her bis die Hosen endlich passen und man sich dann entscheiden kann, welche man möchte.

    Ich trage meine Hosen auch lieber zu groß :D Ich mag es nicht, wenn sie eng sitzen. Also um den Bauch rum. Da fühle ich mich einfach unwohl :D

    Die Pinguine find ich auch klasse. Die sind wirklich zu goldig.

    Liebe Grüße

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  3. Sehr schön geschrieben! Ich freue mich aber trotzdem immer wenn ich in die kleinere Größe passe. Aber du hast absolut recht, es kommt immer auf Marke, Schnitt, manchmal sogar Stoff an, was passt und was nicht. Ich habe in meinem Schrank auch alles von Größe 36 bis 40. Ich finde es nur sehr ärgerlich, wenn man nie weiß, welche Größe man denn nun mit in die Umkleide nehmen soll oder noch schlimmer bestellen.
    Liebe Grüße

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    1. Also es sind ganz gute Rezepte drin, aber leider muss ich sagen, dass viele auch schon in vorherigen Ausgaben zu finden sind. Aber die Lebkuchenrezepte werde ich definitiv ausprobieren :)

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    2. Das ist wirklich leidlich, gerade wenn man etwas bestellt und dann ein riesiges Paket nach Hause bekommt, weil einfach das meiste in zwei oder gleich drei Größen zur Auswahl mit musste...
      Danke für die Info zur Baking Heaven, in dem Fall werd ich nochmal im Geschäft durchblättern und ein besonderes Augenmerk auf die Lebkuchenrezepte werfen ; )

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  4. Mir geht es genau so wie dir. Von XS bis L und 34 bis 44 befindet sich wirklich ALLES in meinen Kleiderschrank. Ich war früher auch total auf Größen fixiert. Heute ist es mir umso wichtiger das die Kleidung sitzt und gut aussieht. Größe egal, denn darauf kann man sich sowieso nicht mehr verlassen :D

    Und die dürren Dinger mit den love-handles find ich super amüsant :D eine Nummer größer die Hose gewählt und soe würden viel schlanker und auch besser angezogen aussehen. Aber ich glaube die sind da unbelehrbar :D

    PS: die Pinguine sind wirklich der Hammer.

    Schön das du aus deiner Blog-Pause zurück bist :) ♥

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    1. Schön, dass du vom Größenwahn zur perfekten Passform gekommen bist :)
      Es ist wirklich schade, wie wenig manche auf Schnitt und Figur achten, nur um in eine bestimmte Hosengröße reinzupassen.
      Immerhin sind wir da schon viiiiiel weiter :D ; )

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  5. Es beruhigt mich, dass es hier allen so geht :D Ich habe zur Zeit nur Hosen in Größe 40 in Gebrauch, aber wenn ich mir neue kaufen möchte, weigere ich mich auch eine in 42 zu kaufen.. Bescheuert.. Deshalb hab ich kaum welche und kaufe auch nie welche :D
    Ich muss eindeutig noch entspannter werden ;)

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    1. Ich kenn das auch... ;) Keine neuen Hosen in einer größeren Größe kaufen. Aus Prinzip! ; ) Es kann natürlich schon zu mehr Abnehmwillen motivieren, wenn man weiß, dass man einfach in die 40 reinpassen muss. Aber andererseits geht einem da so viel Wohlbefinden und vielleicht die perfekte Passform ab. ; )
      Aber es scheint wirklich ein weit verbreitetes Problem zu sein...

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  6. Wie schön, dass auch du festgestellt hast, dass man sich auf die Größe nicht verlassen kann. Ich habe Klamotten von 38-44 im Schrank. Und ich muss sagen, die M bei CundA passt, während ne M beim New Yorker (momentan) nicht passt. Ich hab es aufgegeben, mich darüber zu ärgern...da hat man nichts von ;)

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    1. Ich bin immer ganz frustriert bei Zara... ; ) Vero Moda hingegen ist sehr nett zu mir.

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  7. Das Problem habt übrigens nicht nur ihr Frauen. Das zeiht sich auch durch die männliche Modewelt. Bei mir dabei hängen auch Sache von S bis XL. Wobei letztere eher noch aus einer ZEit da sind die ich hinter mir gelassen habe. Aber für Gartenarbeit tuns die auch.

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    1. Ich hab ja immer das Gefühl gehabt, Männergrößen sind zuverlässiger, als die von Frauen. Gut zu wissen, dass das nicht nur uns Frauen so geht ;)

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    2. Ich merks auch bei meinem Freund... da müssen wir mittlerweile auch schon mehrere Größen zur Auswahl mit in die Kabine nehmen. Bei ihm kommt noch das Problem hinzu, dass er relativ muskulöse Oberarme und einen breiten Rücken hat. Enge Hemden sind ihm oft oben zu eng, jene die oben passen, sind um die Taille formlos... Immer die Krux mit der Mode ^^

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  8. Ich habe zuhause 2 Levis Jeans, selbes Model, nur 2 unterschiedliche Farben. Beide Größe 28 (normalerweiße hab ich bei Jenasgrößen mindestens 30)
    Die eine sitzt wie angegossen, und die andere ist mir inzwischen zu weit. Die beiden haben sich beim Waschen irgendwie unterschiedlich verhalten :D
    Aber Hosen sind sowieso mein Alptraum, am Bauch immer zu weit und über den Hüften spannen sie...
    Aber ich bin froh, dass es anscheinend jedem so geht. 36-40, alles dabei.
    Schön, dass du wieder blogst :)

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    1. Hast du die Hosen unterschiedliche gewaschen? Die eine öfter als die andere? ??
      Mir geht's manchmal so, dass ich eine Hose anziehe, die ich kaum über die Oberschenkel bringe und dann an der Hüfte könnt ich noch eine Bauchtasche unter der Hose unterbringen, so weit ist sie.
      Aber - es gibt eine Hose für jede Figur - man muss sie nur finden ;) Ich find nur oft eben die für die andern ^^

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  9. Du sagst es, Größen sind wirklich relativ und einfach JEDE Modekette hat eine andere Vorstellung von Hosengrößen. Mir geht es nicht anders! Wenn ich von einer befreundeten Schneiderin meine Hosen nicht immer ändern müsste (mal oben - mal unten) dann hätte ich keine einzige.
    Schön, dass du wieder "da" bist :-)

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    1. Es liegt wohl auch daran, aus welchem Land die Ketten kommen. Südeuropäische Größen sind eben doch wohl eher für kleinere Frauen, als die nordischen... Irgendwo hab ich gelesen, dass sie im europäischen Raum angeglichen werden sollen.. Aber dann bleibt ja immer noch der Schnitt... ; )

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  10. Ich kann das auch nur bestätigen. Wobei ich Hosen noch am schlimmsten finde, da ist die Spannbreite bei den Größen so riesig, dass ich grundsätzlich immer 10 Mal wieder aus der Kabine rennen muss. Ich hasse Hosen kaufen!
    Jede Marke hat da leider eigene Vorstellungen... und selbst innerhalb der Kollektion kann es dann noch zu unterschieden kommen... das nervt richtig. Ich war letztens z.B. bei Orsay, habe dort ein Kleid in 34, ein Kleid in 36, ein Pullover in S und eine Bluse in 40 gekauft... und das ist alles derselbe Hersteller. Versteh das einer :D Von daher, Größen sag rein gar nichts aus... aber ich muss trotzdem zugeben, dass es sich besser anfühlt mit einer 36 an die Kasse zu gehen als mit einer 40. Aber im Endeffekt kommt es doch nur darauf an, dass die Kleidung gut sitzt und deswegen ist es mir mittlerweile auch nicht mehr so wichtig.

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    1. Klar fühlt es sich besser an, wenn die Größe kleiner ist. Aber letztens war ich in einem Geschäft für sagen wir mal, Damen mittleren Alters. Ein Mantel war mir ins Auge gefallen und so bin ich doch mal rein. Normal brauch ich da immer eine Nummer größer, weil im Winter sollte ja auch noch Platz für dicke Pullover und dergleichen unter Mantel oder Jacke sein. Größe 36 passte... Scheint wohl auch eine beschönigende Alterserscheinung zu sein... ; )
      Das mit den unterschiedlichen Größen derselben Marke ist wirklich nervig. Bei mir war es bei den Hosen im Beispiel ja gleich. Die Modelle ähnelten sich sogar so sehr, dass wir sie anfangs für ein und dasselbe hielten...

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  11. Oh man. Das würde mich auf sehr frusten! Aber irgendjemand tolles in der Modebranche hat mal gesagt, dass wir einfach unsere eigene Wunschkleidergröße in die Etiketten schreiben können, wenn es uns so wichtig ist. :) Es ist echt traurig, wie kleinere Größen und ein größeres Selbstbewusstsein geben! So sollte es nicht sein! :D

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  12. Ist eben wie die Zahl auf der Waage... sollte nicht sein... aber wir sind auf dem Weg das zu ändern - zumindest für uns ;)

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Danke für deine Worte : )
Ein nettes Wort, ein lieber Gruß, positive wie negative (konstruktive) Kritik - ich freu mich!

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