Nie wieder Fleisch?

Mittwoch, Juli 31, 2013

Momentan ist das Thema Vegetarische/Vegane Ernährung ja sehr en vogue. Jahrelange Vegetarier sehen sich Kurzzeit-Veganern gegenüber für die es mitunter mehr eine Modeerscheinung, die es zu verfolgen gilt, denn eine Lebenseinstellung ist. Aber auch die Herzblut-Vegetarier bekommen Zuwachs und in den Medien ist das Thema so aktuell wie nie.

Aus aktuellem Anlass zeigte Arte gestern deshalb die Dokumentation Nie wieder Fleisch? gefolgt von Die neuen Vegetarier. Beides ist noch für eine Woche auf Arte+7 zu sehen, wo auch eine inhaltliche Kurzbeschreibung zu finden ist. Für diese Zeitspanne könnt ihr die beiden Videos aber auch direkt hier anschauen.





Wie steht ihr zu diesem Thema? Kennt ihr diese beiden Videos schon?

Gerade die erste Dokumentation, die schon im Jahr 2012 lief, bringt zwar nicht viel Neues, denn über die schlimmen Zustände in der Massentierhaltung wissen die meisten schon Bescheid. Dennoch finde ich es aufrüttelnd, das Ganze mit anzusehen, und es gibt sicher genug, die sich entweder von diesem Wissen emotional abgrenzen oder es bisher vermieden haben. Bedenkt man die Auswirkungen der Fleischproduktion in Europa auf afrikanische Länder, bekommt der Fleischkonsum noch einen ganz anderen fahlen Beigeschmack.
Von einer Freundin, die einige Zeit in China gelebt hat, habe ich schon gehört, dass die traditionelle chinesische Küche von viel Gemüse lebt, die westlichen Einflüsse aber für einen erhöhten Fleischkonsum sorgen. Die typischen Zivilisationskrankheiten wie Kreislauferkrankungen und Diabetes nehmen im gleichen Maße zu. Eine Verbindung zwischen diesen beiden Phänomenen wird ja auch in der Dokumentation gezogen.

Eingangs habe ich schon auf die Mode-Veganer verwiesen und ich nehme mich da nicht ganz aus. Vegan for Fit, das ich selbst für 30 Tage ausprobiert habe, schwimmt eindeutig in diesem Trend-Strom. Ich habe die vegane Ernährung nicht aus Überzeugung entdeckt und gerade die zeitliche Abgrenzung belegt dies.
Für mich waren es mehr gesundheitliche Überlegungen. Immer wiederkehrende Bauchschmerzen und Magenkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen, die von den Ärzten meist nur mit Schulterzucken beantwortet wurden. Verschiedene Medikamente und unzählige Untersuchungen haben in den wenigsten Fällen etwas gebracht.
Meine Mutter hat mich dann zu ihrer Heilpraktikerin geschickt, welche ihr selbst schon durch eine sehr schwere Krankheit geholfen hat. Diese riet mir Schweinefleisch, Kuhmilch, Weißmehl und raffinierten Zucker zu meiden - wie ihr vielleicht schon auf meinem Blog gelesen habt. Eine Zeit lang lief es sehr gut und mir ging es viel besser, aber wie es so oft ist, nach einer Besserung, "vergaß" ich mehr und mehr auf die Empfehlung und begann wieder "normal" zu essen. Es gingen mir auch einfach die Ideen aus und es war mir oft zu umständlich und kompliziert. In dieser Zeit kehrten die Beschwerden zurück und das Gewicht ging rasant nach oben.
Gerade in dieser halbherzigen Zeit fiel mir das Buch Vegan for Fit  in die Hände und der Gedanke keimte, dass vielleicht die vegane Ernährung genau die Inspiration liefern könnte, die mir verloren gegangen war. Es dauerte noch eine gewisse Zeit, bis ich das Konzept auch auszuprobieren begann, aber dann merkte ich schnell auch die Verbesserungen, die ich schon einmal durch den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel erlebt hatte.

Wer mein Fazit zu Vegan for Fit gelesen hat, weiß schon, dass die kommende Zeit bezüglich Ernährung für mich noch nicht ganz klar ist. Vollkommen Vegan oder Vegetarisch leben? Erscheint mir noch etwas schwer mich dafür zu entscheiden.
Die Dokumentation hat mich sicherlich dahingehend bekräftigt, dass ich den Verzehr von tierischen Produkten weiterhin stark reduzieren möchte. Und seit einigen Jahren lebe ich schon zu weiten Teilen ovo-lacto-vegetarisch (=vegetarische Ernährung, bei der auch Eier und Milchprodukte verzehrt werden). Andererseits - nie mehr Sahnetorte, nie mehr ein Ei, nie mehr Käse? Und ist Soja wirklich so gesund? Die Herkunft der Produkte wird auf jeden Fall immer wichtiger. Wie ich schon geschrieben habe, die weitere Entwicklung bleibt für mich spannend.

You Might Also Like

10 Gedanken zu diesem Thema

  1. Wie kommt man eigentlich immer wieder auf dieses 'Ganz oder gar nicht'? Iss doch einfach wie Du Lust hast - ist doch kein Beinbruch mal Fleisch und Wurst zu essen und auch als Allesfresser kann ich ab und zu Sojamilch trinken.

    Und ob Regenwald für Rinder oder Soja abgeholzt wird - ist der Natur wohl auch egal.

    Mit Schwarz und Weiß wird man da auf Dauer nicht weiterkommen.

    Viele Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Julia,

      Nein, ich hatte Deinen Beitrag auch nicht ganz schwarz/weiß verstanden, aber ich empfinde vieles (egal ob Blogs oder andere Medien) zu dem Thema so als ob man sich entscheiden müsse - auf welche Seite der Macht man stehen möchte oder Ähnliches ;)

      Löschen
    2. Ja, sowas meine ich damit - genauso wie eben auch überhaupt nicht in Frage gestellt wird, wo denn das Soja oder andere 'Ersatz'lebensmittel herkommen oder dass da so viele auf Bio schwören, weil das ja soviel besser sei für Mensch und Tier.

      Ach, es ist immer schwierig, wenn manche versuchen ihre Moral anderen überzustülpen.

      Löschen
  2. Ein ziemlich guter Bericht, aber - nie mehr Kuchen?
    Man kann ziemlich gut vegan Kuchen essen und wenn man eine Biobäckerei in der Nähe hat müsste man den noch nicht mal selber backen.

    AntwortenLöschen
  3. Hey,
    ne, ich habe es dann nicht gesehen. Aber werde es mir die Woche dann wohl mal im Internet angucken.
    Hattest du schon vorher vor es zu gucken oder bist durch meinen Post darauf gekommen?

    AntwortenLöschen
  4. Ich habe auch mal fast ein Jahr vegetarisch gegessen, ich hatte so ein fieses Buch über Massentierhaltung gelesen, da wird einem ja echt schlecht bei.
    Irgendwann habe ich das ganze dann verdrängt, wenn man nicht drüber nachdenkt kann man Fleisch ja ganz gut essen.
    Eine Freundin von mir, die seit über 10 jahren schon vegetarisch lebt, probiert jetzt auch Vegan for Fit aus.. Die Sachen die wir bisher gemeinsam gekocht haben, waren echt super lecker. Vielleicht probiere ich das irgendwann auch mal aus, wenn ich einen eigenen Haushalt und genug geld habe. Zuhause ist das echt schwer..
    Vegetarisch könnte ich mir bei mir gut vorstellen, wenn ich mal alleine wohne.. Mal sehen wohin der Weg führt :)

    Ich hoffe mein Urlaub wird so schön wie ich ihn mir vorstelle, ich werde auf jeden Fall berichten :)

    Übrigens: mein Handy musste vorletzte Woche auch eingeschickt werden, der Einschaltknopf war kaputt und es war innerhalb von 6 Tagen wieder ganz und da, obwohl ein Wochenende dazwischen lag.. Es gibt also Hoffnung das du schnell wieder online bist :))

    Liebste Grüße ♥

    AntwortenLöschen
  5. Ich antworte dir auch mal wieder hier. :D

    Ich hab mit veganen Kuchenrezepten schon gute Erfahrungen gemacht.
    Sehr empfehlen kann ich dir zum Beispiel das Rezept hier:
    http://ente.antispe.org/donauwelle/

    Und auswärts wird man auch immer mal wieder überrascht:
    Auf der Silberhochzeit meines Onkels gab es extra Kuchen für mich und Kekse, die er besorgt hatte :D
    Aber sonst hast du natürlich recht. Vielleicht ändert sich das aber in Zukunft noch? :D

    AntwortenLöschen
  6. Wollte auch nur erwähnen, dass es durchaus auch vegane Kuchen gibt. Nicht dass Kuchen dadurch gesund würde oder so... Aber daran jedenfalls sollte es nicht scheitern.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das stimmt - wurde schon darauf hingewiesen ; ) war etwas übertrieben gesagt und habe ich nun auf Sahnetorte geändert, also nicht wundern, wenns nicht mehr im Text steht ; )

      Löschen
  7. Ist ja spannend!Ich habe auch beinahe allergisch auf Schweinefleisch reagiert. Kommt natürlich auch auf die Menge an, aber nach einem Schweinesteak, Wurst o.ä. War mir meist k***übel. Ganz auf Fleisch verzichten möchte ich nicht, aber eine bewusste Wahl beim Fleischkonsum treffe ich trotzdem. Hähnchen kaufe ich nicht aus dem Supermarkt von Wiesenhof und Konsorten sondern bei einem Bauern im Nachbarhof, bei dem die Hühner noch frei rumlaufen dürfen. Rindfleisch gibt's wenn dann in Bioqualität vom Metzger, der sein Fleisch von einem Biohof in der Nähe bezieht.

    Falls es dich interessiert zum Thema Fleischkonsum in China: In China ist es weniger der "westliche" Einfluss als der steigende Wohlstand der sich dort im Land ausdehnt. Gemüse gilt als "Bauernessen" und wer es sich leisten kann, der isst Fleisch und das täglich. Diese Entwicklung hatte aber bereits schon in den Parteikadern begonnen bevor sich China überhaupt dem Westen geöffnet hat...

    AntwortenLöschen

Danke für deine Worte : )
Ein nettes Wort, ein lieber Gruß, positive wie negative (konstruktive) Kritik - ich freu mich!

Follower

Subscribe