Darf's noch was sein...?

Montag, Dezember 03, 2012


Ob es nun Berge von Kekse, Gläschen mit süßem Likör oder mal was Deftiges, nämlich Knödel mit Sauerkraut sind, ob nun jung, alt, weiblich oder männlich, ob im Westen oder Osten dieses Landes - ich finde sie immer wieder. Menschen, die mich füttern wollen.

Ich weiß nicht, vielleicht liegt in meinen Augen so ein sentimentaler, hilfloser Schimmer, den ich selbst nicht sehe, andere aber als großen Kummer intepretieren, der ihres Ermessens mit Nahrung gefüllt werden muss. Vielleicht ist es die Hilflosigkeit der Person selbst, die ihre gastgeberischen Vorzüge bis ins Letzte vorzeigen muss, um dem eigenen Kummer zu entgehen. Oder die verräterische Freundin "Iss mit mir, dann fühl ich mich besser". Ich weiß es nicht, doch langsam aber sicher nervt mich die Gruppe von Menschen in meinem Umfeld, die mir ständig etwas anbieten müssen und kein Nein akzeptieren.

So geschehen etwa bei meiner Schwägerin, die noch nie wirklich ein Nein für ein Nein genommen hat. Was mitunter ganz amüsant ist, wenn's ums Essen geht jedoch äußerst unangenehm für mich.
Auch die Mutter meines Freundes ist schon in unserem Freundeskreis bestens bekannt - da sie es nicht lassen kann nach einem Drei-Gänge-Menü mit Kaffee und Kuchen eine Stunde später die Speckjause (zu deutsch: Brotzeit) aufzutischen.
Und meine eigene Mutter schießt immer mal den Vogel ab mit ihren Kommentaren à la "Ich weiß, du magst ja abnehmen..." Drei-dreiviertel Minuten nach ihrem Vortrag über "mehr Bewegung" serviert sie mir ein Croissant mit Marmelade. Ungefragt.

Während ich früher allzuoft diesen Verführungen erlegen bin, kann ich heute auch Nein sagen. Aber es nervt. Wahrscheinlich, weil ich mich selbst viel zu oft noch in Versuchung führe und eben nicht immer Nein zu mir sagen kann. Aber anstatt meinen Wunsch zu akzeptieren, werden mir von außen noch mehr Steine in den Weg gelegt - so kommt es mir zumindest vor. Und die widersprüchlichen Äußerungen und Taten meiner Mutter haben wohl schon seit frühester Kindheit zu meinem belasteten Verhältnis zu Essen geführt. Aber das ist wohl ein anderes Thema.

Welche Strategien habt ihr für solche Fälle? Fällt es euch leicht, Nein zu sagen, und wie wird darauf reagiert?

Mein "härtester Fall" war einmal, als ich einen vollen Teller gutes, dampfendes Essen stehen lassen hab und einfach gegangen bin. Ich wollte nichts essen, ich hatte absolut keinen Hunger, aber irgendwann hat's mir einfach gereicht. War jedoch nicht einfach - man wird ja schließlich zur Höflichkeit erzogen...

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1 Gedanken zu diesem Thema

  1. Au weia, das hört sich nicht so gut an. Meine "Schwiegermama" will mir zwar auch immer einen Nachschlag geben, aber sie versteht auch, wenn ich nein sage (sie nimmt ja selber von Zeit zu Zeit mal ein paar Kilo ab). Und ach, die Speckjause ... so lecker :D
    Aber es ist verdammt schwer, sich beim Essen einzuschränken, ich kenn das so gut. Bei mir ist es auch so, dass ich meinen Teller immer leer mache, obwohl ich oft schon vorher satt wäre. Mir ist es einfach irgendwie unangenehm, Essen stehen zu lassen ...
    Und wie funktioniert das dann mit Almased? Isst du dann nur das? Wie viel kostet das denn?

    Intervall-App hab ich die: http://de.appszoom.com/android_applications/sports/interval-training-timer_mkhu.html
    allerdings in der kostenlosen Variante ;) Da fragt er mich mittlerweile zwar ständig, ob ich das Produkt nicht bewerten möchte, aber ich drück da auf nein und weiter geht's ^^ Bin eigentlich sehr zufrieden!

    Einer Challenge wäre ich nicht abgeneigt :) Hast du dir schon in etwa vorgestellt, wie das aussehen könnte?

    Liebe Grüße!

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Danke für deine Worte : )
Ein nettes Wort, ein lieber Gruß, positive wie negative (konstruktive) Kritik - ich freu mich!

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